Qualitätssicherung durch Evaluation

Die Qualität von Studium und Lehre wird unter Mitwirkung der Studierenden, der ehemaligen Absolventen, der Lehrenden, der Verwaltungsmitarbeiter und der Vertreter der Praxis kontinuierlich bewertet. Vor diesem Hintergrund führt die Hochschule für öffentliche Verwaltung im Rahmen standardisierter Evaluationsverfahren regelmäßig systematische Qualitätskontrollen durch.

Zielsetzungen

Folgende Ziele sind damit verbunden:

  • Die Evaluation soll eine empirisch abgesicherte Grundlage schaffen, um qualitätsfördernde Veränderungen der Studiengänge zu begründen.
  • Sie soll die Realisierung zuvor formulierter Ziele überprüfbar machen.
  • Alle in Studium und Lehre relevanten Gruppen sollen in der Qualitätsentwicklung mit einbezogen und an Maßnahmen zur Verbesserung der Lehr- und Studienqualität beteiligt werden. Um allgemeine Akzeptanz zu erreichen, sollen die Einsichten und Erfahrungen mit der Evaluation im diskursiven Austausch transparent werden.
  • Durch die Beteiligung aller für die Evaluation relevanter Gruppen soll auch die ständige Fortentwicklung und Verbesserung des Evaluationskonzeptes gewährleistet werden.
  • Die Evaluation soll dazu beitragen, mögliche Defizite der Organisations- und Kommunikationsstrukturen der Hochschule zu überbrücken (insbesondere bei der Planung und Koordination des Lehrangebots).
  • Sie ist die als Standard implementierte Rückmeldung Studierender an Lehrende zur Verbesserung der Lehrqualität.
  • Die Evaluation der Praxisphasen soll der besseren Integration und Verzahnung von theoretischen und praktischen Studienanteilen dienen.
  • Die Institutionalisierung der Evaluation soll die Optimierung der Studiengänge auch über längere Zeiträume gewährleisten.
  • Außerdem sollen die Evaluation und die Präsentation der Ergebnisse auch Anstöße für eine bessere Profilierung der Hochschule geben (bspw. im Wettbewerb mit anderen dualen Studiengängen).
Vorgaben und Rahmenbedingungen

Mit der Einführung der Bachelorstudiengänge im Jahr 2009 begann an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz die Institutionalisierung eines den neuen Studiengängen angemessenen und auf wissenschaftlichen Grundlagen basierenden Evaluationskonzepts. Seither ist die Umsetzung qualitätssichernder Maßnahmen kontinuierlich vorangeschritten. Die wesentlichen Grundlagen für die Evaluation bilden die Evaluationsordnung der HöV, die protokollierten Beschlüsse der beiden Arbeitskreise „Qualitätsmanagement“ und „Evaluation der berufspraktischen Studienabschnitte“, das Evaluationshandbuch der HöV sowie die Dienstleistungen des Zentrums für Qualitätssicherung und –entwicklung (ZQ) an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.

Evaluationsordnung

Die aktuelle Evaluationsordnung (EvaO) hat der Rat am 3. März 2015 für die HöV beschlossen. Daneben existiert eine Kooperationsvereinbarung mit der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz (HdP), die die Zusammenarbeit zwischen den beiden Evaluationsbeauftragten der Hochschulen und einen hochschulübergreifenden Arbeitskreis Qualitätsmanagement empfiehlt.

Die EvaO sieht folgende Evaluationen vor:

  1. Lehre
  2. Module
  3. Prüfungswesen
  4. Studienberatung
  5. Studienaufbau- und ablauforganisation
  6. Rahmenbedingungen für das Studium (Bibliothek, EDV, Verwaltung)

In der EVA-O ist auch die Einrichtung des Arbeitskreises „Qualitätsmanagement“ geregelt (§4) sowie die Aufgaben des/der Evaluationsbeauftragten. Laut §6 (5) „…erfolgt die Evaluation der berufspraktischen Studienabschnitte durch die Evaluationsbeauftragten im Einvernehmen mit den an der Ausbildung beteiligten Behörden“. Zu diesem Zweck wurde am 4. September 2012 ein weiterer Arbeitskreis gegründet, der sich zum Ziel gesetzt hat, Verfahren zur Evaluation der berufspraktischen Studienabschnitte zu entwickeln. Teilnehmer dieses Arbeitskreises sind neben dem Praxisbeauftragten und der Evaluationsbeauftragten Ausbildungsbeauftragte und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände.

Arbeitskreis Qualitätsmanagement

Wie in der Evaluationsordnung vorgeschrieben und durch die Kooperationsvereinbarung ergänzt, wurde gemeinsam mit der Hochschule der Polizei ein Arbeitskreis Qualitätsmanagement eingerichtet, der erstmals am 19. November 2009 zusammentrat. Seither treffen sich die Mitglieder in regelmäßigen Abständen (ca. vier bis fünf Treffen pro Jahr).

Der Arbeitskreis ist wie folgt zusammengesetzt:

  •  zwei Evaluationsbeauftragte (eine(r) der Hochschule der Polizei RLP, eine(r) der HöV)
  • vier Dozentinnen/Dozenten bzw. Lehrbeaufragte (zwei pro Hochschule)
  • zwei Vertreterinnen/Vertreter der Studierenden (eine/einer pro Hochschule)
  • zwei Praxisvertreterinnen/Praxisvertreter (eine/einer pro Hochschule)

Zu den zentralen Aufgaben des Arbeitskreises gehören

  • Beratung und Unterstützung der Evaluationsbeauftragten
  • Entwicklung und kontinuierliche Anpassung der Evaluationsinstrumente
  • Kenntnisnahme der Evaluationsberichte
  • Unterbreitung von Vorschlägen für weitere Qualitätsentwicklungen

Basierend auf dem Bericht der Expertengruppe „Evaluation und Qualität“ (Fachhochschulen für den öffentlichen Dienst) 2008 hat der Arbeitskreis zu allen zu evaluierenden Bereichen Fragebögen entwickelt und diese auch bereits alle ein bis mehrfach eingesetzt.

Neben der gemeinsamen Konzeptionierung und Entwicklung der Instrumente ist der gegenseitige Erfahrungsaustausch ein wichtiges Merkmal des Arbeitskreises. Auch bei hochschulspezifischen Entscheidungen im Bereich Qualitätssicherung wird der Arbeitskreis zur Beratung hinzugezogen und über die Ergebnisse hochschulinterner Gespräche und Entscheidungen informiert. 

Evaluationshandbuch

Mit der Entwicklung der Fragebögen zur Evaluation der verschiedenen Bereiche wurde begleitend ein Evaluationshandbuch erstellt. Sämtliche Fragebögen sind als Anlage dem Handbuch beigefügt, das ausführlich über Zielsetzungen und Grundsätze der Evaluation sowie sämtliche Verfahrensweisen bei der Erhebung, der Auswertung und der Berichterstattung informiert und somit der Transparenz sämtlicher Evaluationsvorgänge an der HöV dient. Da neben der Entwicklung der Instrumente auch die Überarbeitung nun stärker in den Vordergrund rückt, wird dieses Handbuch laufend überarbeitet.

Zentrum für Qualitätssicherung und –entwicklung (ZQ)

Die Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz ist seit 2009 Mitglied im Hochschulevaluierungsverbund Südwest, dessen Geschäftsführung das zur Johannes-Gutenberg-Universität Mainz gehörige Zentrum für Qualitätssicherung und –entwicklung (ZQ) übernommen hat. Hierbei handelt es sich um eine fachübergreifende wissenschaftliche Einrichtung, die den im Einzugsgebiet liegenden Hochschulen qualifizierte personale und technische Unterstützung bei der Standardisierung der Fragebögen, der Datenerhebung und der Datenauswertung anbietet. Das Angebot des ZQ umfasst folgende Serviceleistungen:

  • maschinelle Datenerfassung und –auswertung
  • visuelle Aufbereitung der Daten und Erstellung/Übermittlung von individuellen Ergebnisberichten
  • Generierung kumulativer Auswertungen für Fächer bzw. Hochschulen
  • Unterstützung bei der Interpretation von Ergebnissen

Die an der HöV erhobenen Evaluationsdaten werden beim ZQ unter Einsatz der internetbasierten Software EvaSys ausgewertet.