Studierende der HöV zu Besuch im Bundesamt für Justiz in Bonn

Im Rahmen ihres Wahlstudienmoduls „Unterhaltsregress im Sozial-/Jugendamt“ konnten interessierte Studierende das Bundesamt für Justiz und dessen vielfältigen Amtspflichten kennenlernen.

Bleiben Unterhaltszahlungen aus, leiden vor allem die Kinder. Hier springt der Staat ein: Als finanzielle Hilfen gewährt das Jugendamt der Kreis- oder Stadtverwaltung den Unterhaltsvorschuss. Nach der Hilfegewährung ist es wichtige Aufgabe der Jugendämter, die staatliche Unterstützung von den eigentlich zur Unterhaltsleistung Verpflichteten zurückzufordern. Aber wie soll das gelingen, wenn der Unterhaltspflichtige im Ausland lebt? Andere Rechtsordnungen erschweren die Realisierung der Ansprüche und nicht alle Staaten kennen ein Einwohnermeldesystem.

Vor diesem Hintergrund hat die Staatengemeinschaft den Aufbau einer Behördenstruktur auf dem Gebiet des internationalen Familienrechts vereinbart und weltweit wurden zentrale Behörden geschaffen, um bei der grenzüberschreitenden Unterhaltsdurchsetzung Hilfestellung zu leisten.

Für Deutschland übernimmt das Bundesamt für Justiz in Bonn die Aufgaben der zentralen Behörde. Derzeit unterstützt das dortige Referat „Auslandsunterhalt“ bei stetig steigenden Fallzahlen mehr als 13.500 Unterhaltsberechtigte. Ganz überwiegend geht es dabei um Kindesunterhalt. Neben dem Auslandsunterhalt ist die Bundesbehörde für Angelegenheiten des internationalen Sorgerechts wie Kindesentführungen oder Auslandsadoption, die Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken oder auch für Hilfen an Opfer extremistischer Übergriffe und terroristischer Straftaten, wie den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Jahr 2016, zuständig.